Ein Spiegelbild der Sportbranche. Vorschau SpoBis und ISPO 2019.

Der SpoBis 2019 – Europas größter Sportbusiness-Kongress – in Düsseldorf steht vor der Tür.


Jedes Jahr gehe ich zum SpoBis - und das bereits seit 2010. Ich mag den SpoBis. Ich finde es super, dass dort alle aktuellen und relevanten Themen, die das Sportbusiness beschäftigt, aufgegriffen werden. Jedes Jahr nutze ich die Chance mich mit Branchenkollegen*innen auszutauschen, zu vernetzen und durch Vorträge und Interviews neuen Input für meine tägliche Arbeit mitzunehmen. In all diesen Jahren zeigte sich das gleiche Bild auf den großen Bühnen: ca. 94% Männer und ca. 6 % Frauen als Speaker*innen. Irgendwie schon gewohnt und erwartet. Eben ein Spiegelbild der Sportbranche. Doch dieses Jahr hat es mich zum Nachdenken gebracht und ich habe mich intensiv mit Nina dazu ausgetauscht. Vor allem haben mich diese drei Fragen besonders interessiert:


Ist der Anspruch der Veranstalter möglichst viele Speaker*innen mit C-Level zu verpflichten vielleicht zu hoch?


Natürlich verstehe ich, dass der SpoBis als Europas führender Kongress des Sportbusiness einen hohen Anspruch an die Reputation und Qualität ihrer Speaker*innen hat. Aus diesem Grund ist es nachvollziehbar, dass alle Speaker*innen auch eine Führungsposition wenn nicht sogar häufig das höchste Amt der jeweiligen Organisation bekleiden. Und da es genau auf diesen Positionen an Frauen mangelt, gestaltet sich die Auswahl der Speaker*innen eben wie sie leider aktuell ist.


Gibt es keine relevanten Frauen, die in Frage kommen?


Spontan fallen Nina und mir eine Handvoll Frauen aus unseren Netzwerken im Sportbusiness ein – vielleicht im Büroalltag eher in der zweiten Reihe stehend – die Spannendes zu berichten haben. Um in unserer Branche wirklich etwas zu verändern, können Veranstalter genau hier ansetzen und diesen Frauen eine Plattform bieten. Sie für andere Frauen sichtbar machen. Ihre Erfolgsgeschichten erzählen lassen und dadurch andere Frauen inspirieren.


Schlagen Frauen tatsächlich eine Anfrage vom Veranstalter eher aus als Männer oder hadern sie zu lange mit ihrer Entscheidung?


Wenn dem wirklich so ist, machen es sich die Veranstalter natürlich etwas zu leicht. Sollte es doch das Ziel jeder Veranstaltung sein, ein möglichst vielfältiges Angebot zusammenzustellen und der Branche neue Gesichter und neue Themen zu präsentieren.


Einen guten Ansatz bietet die Women’s Lounge der Internationalen Fachmesse für Sportartikel und Sportmode (ISPO) Anfang Februar in München. Bereits seit 2017 bietet die ISPO eine Women’s Lounge an. Wie der Name der Messe schon vermuten lässt, liegt der Fokus der Themenauswahl der Lounge auf „Frauen als Zielmarkt“ oder „Frauen als Kaufentscheider“. Aber auch dem Thema „Frauen in Führungspositionen“ widmet sich die Women’s Lounge dieses Jahr mit einer Diskussionsrunde. Leider nimmt mit Petra Tzschoppe (Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung des Deutschen Olympischen Sportbunds) nur eine Vertreterin aus dem Sportbusiness an der Diskussionsrunde teil.


Im letzten Jahr gab es insgesamt über 50 Speaker*innen in der Women’s Lounge und mehr als 1.000 Besucher waren vor Ort – sowohl Frauen als auch Männer.


Wir finden die Women’s Lounge eine spannende Initiative und sind gespannt, wie sich die Themenschwerpunkte und Speaker*innen-Auswahl in den nächsten Jahren entwickeln wird.


Und liebes SpoBis-Team, liebe SPONSORs: wir haben den großen Wunsch und die große Motivation, dass im nächsten Jahr mehr Frauen als Speakerinnen beim SpoBis dabei sind und Themen, die bereits im Programm der ISPO Women's Lounge integriert sind, auch auf dem SpoBis Berücksichtigung finden.


Keiner kann zurückgehen und einen neuen Anfang machen. Aber jeder kann jetzt anfangen und ein neues Ende machen. Carl Bard

Eure Kerstin

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